Der städtische Wohnbauträger Wiener Wohnen stellt offenbar einen Mietservice für das Abstellen von Rollstühlen und Rollatoren bereit. Das Angebot richtet sich an Mieter in Gemeindebauten, die keine ausreichenden privaten Abstellflächen haben.
Die Maßnahme deutet auf eine Lücke in der Infrastruktur hin. Rollstühle und Rollatoren brauchen Platz – im Flur, vor der Wohnung oder im Treppenhaus. Viele ältere Gemeindebauten sind nicht dafür ausgelegt. Ein Mietservice kann helfen, den Alltag für mobilitätseingeschränkte Bewohner praktischer zu gestalten.
Für Wohnungsunternehmen und Genossenschaften ist das ein Warnsignal: Barrierefreiheit ist kein nachträglicher Service, sondern sollte in der Planung mitgedacht werden. Abstellflächen für Mobilitätshilfen sind ein Mindeststandard. Wird dieser Standard verfehlt, entstehen Lücken, die teure Services füllen müssen.
Unklar bleibt, wie viele Mieter diesen Service tatsächlich nutzen und wie er finanziert wird. Für größere kommunale Träger wie Wiener Wohnen mit Tausenden Wohnungen könnte das langfristig ein kostspieliges Modell sein. Die Frage lautet: Ist der Service ein echtes Angebot oder ein Hinweis auf mangelnde barrierefreie Grundplanung?
